Drei Gründe warum Du von Glück reden kannst etwas nicht zu können

“Das kann ich nicht.”

Mit diesem Satz breitet sich in Dir ein wohliges Gefühl voller Zuversicht und Selbstvertrauen aus. Etwa nicht?

Eigentlich fehlt nur ein Wort, das diesem Ausspruch eine völlig andere Perspektive mitgibt: noch. “Das kann ich noch nicht.” Dabei spielt es keine Rolle worum es sich handelt, ob es eine bevorstehende Aufgabe, ein Auftrag, ein persönlicher Lebenstraum oder eine vermisste Fähigkeit ist.

Das menschliche Gehirn verfügt über eine einzigartige “Unbefangenheit”. So unbefangen, dass wir nach unserer Geburt zunächst Jahre brauchen, um z.B. überhaupt erst das Laufen zu erlernen. Eine Fähigkeit die Kälber bereits nach wenigen Stunden beherrschen. Und wenn die Evolution eines aufs Extremste bewiesen hat, dann dass heute nichts in seiner aktuellen Form existiert ohne das es einen Grund, eine Kausalität dafür gäbe. So lässt uns diese angeborene Unbefangenheit und Empfänglichkeit viel besser als die meisten anderen Spezies auf diesem Planeten mit sich ändernden Umweltbedingungen umgehen. Auch Neugier oder Forscherdrang wären mit einem genetisch vorgegebenerem Wissen viel geringer entwickelt.

Doch wie hilft Dir das in einer Situation der gefühlten Ratlosigkeit? 

Zuerst solltest Du Dir eines klar machen: Nichts braucht bleiben wie es ist. Bis auf ein paar instinktive Überlebensmechanismen Deines Körpers ist Dein Gehirn sein Leben lang in der Lage unbrauchbares herauszufiltern und Neues zu lernen, selbst im hohen Alter noch (auch wenn es für manche bequemer erscheint das Gegenteil zu behaupten).

Zweitens: Festzustellen “Das kann ich (noch) nicht.” eröffnet Dir Möglichkeiten zum Entdecken und Erkunden ganz neuer Sichtweisen, Hintergründe, Wissensstände und Bewusstseinsebenen, die Du ohne Deine aktuelle Unfähigkeit(/Nochnichtfähigkeit) nicht erfahren könntest. Nehmen wir z.B. an Du wärst bereits mit der Fähigkeit eines perfekten Fotografen zur Welt gekommen. Für Dich wäre der Prozess der Auseinandersetzung mit der modernen Technologie, das Einnehmen eines besonderen Blickwinkels zu deiner Umwelt und das Erschaffen neuer kreativer Ergebnisse ein nahezu mechanischer Akt. Du würdest kaum die Freude kennen lernen die das Erreichen immer besserer Qualitäten Deiner Bilder mit sich bringt. Das Gefühl sich mehr und mehr selbst ausdrücken zu können, in dem Wissen einen langen Lern- und Erfahrungsprozess durch unzähliges Ausprobieren und Fehlermachen durchschritten zu haben. Und schließlich das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten im Umgang mit wechselnden Herausforderungen zu besitzen.

Drittens: Etwas nicht zu können ist häufig der beste Anlass, um mit anderen Menschen in engen Austausch zu treten. Als soziale, empathische Wesen gibt es kaum etwas das mehr Lebenssinn stiftet als die Interaktion mit anderen. Somit ist jede Unfähigkeit immer auch Grund für neue Gespräche, etwas gezeigt/erklärt zu bekommen gleichzeitig Wertschätzung des Wissensgebers als auch ein Vertrauensbeweis des Nehmers an sein Gegenüber.

Fazit: Wenn Du es genauer bedenkst kannst Du Dich eigentlich über jede Deiner neu entdeckten Unfähigkeiten oder Unwissenheiten glücklich schätzen. Die Tatsache allein gibt Dir überhaupt erst die Chance neue geistige und soziale Welten zu entdecken, Dich Deiner angeborenen Unbefangenheit zu bedienen und dabei höchstwahrscheinlich lebenswerte mit interessanten Menschen zu erfahren.

In diesem Sinne: Bleib’ offen für alles Neue und Unbekannte – es gibt noch so viel zu lernen!

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