“Frühjahrsputz” – die erste Wartung

Das Schönste am RC Modellbau ist natürlich seinen Wagen in Action zu erleben, ihn zu fahren, zu driften oder mit Vollspeed über den Asphalt zu jagen. Doch damit die Freude auch von Dauer ist und die Leistung des Fahrzeugs möglichst konstant bleibt muss sich jeder Besitzer über kurz oder lang mit dem Thema Wartung auseinander setzen.

Sicher gehört das Thema nicht zu den Spannendsten, man wird es auf keiner Hochglanzverpackung, in keinem Werbespot und auch nicht unter den Top 10 der Youtube RC Videos finden – und doch ist die Wartung eine der Hauptbeschäftigungen des RC Rennfahrers. Daher würde ich sogar behaupten, dass es für die Kaufentscheidung des geeigneten Modells viel wichtiger ist, welchen Wartungsaufwand das Fahrzeug mit sich bringt und wie die Ersatzteil-Verfügbarkeit aussieht, als dass irgendwelche optischen Faktoren oder Markennamen betrachtet werden.
Der HPI Sprint 2 Sport ist was die Wartung und die Ersatzteile angeht bestens aufgestellt. Direkt beim Kauf erhält man das nötige Bordwerkzeug sowie ein paar der am Häufigsten zu wechselnden Teile des Fahrwerks. Darüber hinaus gefallen mir besonders die detaillierten Explosionszeichnungen und optisch eindeutig zu interpretierenden Wartungsanleitungen des beiliegenden Handbuchs. Zudem ist, natürlich hauptsächlich aus Verkaufs-Absicht, jedes einzelne Bauteil mit einer Produktnummer in den Zeichnungen versehen, sodass man bei einem notwendigen Tausch nicht lange suchen muss, um es für die Nachbestellung zu identifizieren.
Nun aber zu den eigentlichen Wartungsarbeiten des Sprint 2, die ich heute selbst zum ersten Mal durchgeführt habe. Das Handbuch gibt neben den einzelnen Arbeitsschritten auch eine Übersicht über die empfohlene Häufigkeit der jeweiligen Wartungsintervalle an.

Als ich diesen “Wartungsplan” zum ersten Mal sah, war ich zunächst etwas geschockt, weil auch mir anfangs nicht wirklich bewusst war, dass so ein komplex aufgebautes Modell natürlich auch viel Arbeit bedeutet. Zudem kam mir die angegebene Häufigkeit doch etwas übertrieben vor.

Doch nach den ersten paar Akkuladungen Fahrt auf gewöhnlichem, schmutzigem und staubigem Asphalt wie man ihn nun mal kaum anders vorfindet, wurde mir schnell klar, dass der Plan durchaus seine Berechtigung hat. Doch wenn man sich dann mal genauer betrachtet, welche Wartungsschritte tatsächlich notwendig sind, dann wirkt das Ganze gleich gar nicht so aufwändig mehr… Wie ihr der Tabelle entnehmen könnt, sind die Räder, das Chassis und die Fernbedienung die am häufigsten zu wartenden Teile, die möglichst nach jeder Akkuladung gepflegt werden sollen. Da die Fernsteuerung bei mir nicht großartig belastet wird, beschränke ich mich hier mal auf das Fahrzeug selbst:

Wartung des Chassis

Ich musste schon ein wenig grinsen als ich sah was HPI hier unter “Wartung” des Chassis versteht. “Reinigen Sie das Chassis nach dem Fahren und schmieren Sie Metall-Metall Verbindungen. Tauschen Sie beschädigte Teile aus und kontrollieren Sie alle Schrauben auf korrekten Sitz.” ist so ziemlich alles was uns hier auf einer halben A4-Seite mitsamt einer kleinen Zeichnung erklärt wird. Irgendwie hatte ich mir so eine Wartung komplexer vorgestellt, als einfach nur Schrauben auf festen Sitz hin zu prüfen. Doch ganz so banal ist die Sache dann doch wieder nicht: die Hauptarbeit ist hier nämlich das Reinigen!

Denn den Dreck und Staub von der Straße runter zu bekommen, insbesondere aus den kleinen, verwinkelten Ecken des Fahrwerks, ist eine echte Herausforderung. Nicht ganz schlüssig ist mir dabei, wozu die Konstrukteure diese großen Schlitze in der Grundplatte vorgesehen haben. Die Gewichtsreduktion dadurch dürfte bei dem verwendeten Kunststoff infinitesimal klein sein. Stattdessen wird dem Dreck dadurch freie Bahn auf Motor, Fahrregler und Akku gegeben. Mal schauen ob ich hier in Zukunft eine Lösung für finde.

Dreck und Staub in allen Winkeln.

Chassis von unten: um diese Schrauben geht’s.

Wartung der Räder

Der HPI Sprint 2 Sport kommt serienmäßig mit zwei unterschiedlichen Sätzen an Kompletträdern: ein Satz mit gummierten Profilreifen und einen Satz mit Hartplastik-Driftreifen. Da kommt man natürlich sehr schnell auf die Idee mal die Räder zu wechseln. Dank des beiliegenden 7 mm Radschlüssels auch kein Problem. Nicht viel anders läuft auch die Wartung ab.

Schritt 1: Räder abschrauben, Radmitnehmer abziehen, Sicherungsstifte herausziehen.

Ohne Räder und mit Blick auf den Empfänger. Hier allerdings noch mit den Radmitnehmern.

Schritt 2: Alle abgebauten Teile sowie die nun zugänglichen Kugellager gut reinigen.
Schritt 3: Ein wenig Fett auf die Lager und die Sicherungsstifte geben und alles wieder umgekehrt zusammenbauen.

FERTIG: Das war’s auch schon mit der Wartung. 🙂

Kleiner Tipp am Rande: Damit nicht alles lose herumfliegt bei der Demontage, empfehle ich euch irgendeine Art Behälter, vor allem für die winzigen Sicherungsstifte der Radmitnehmer welche gern mal auf den Boden fallen. Von meinem LiPo-Stahlkoffer hatte ich noch die folgende Sortimentseinlage rumliegen, die sich bestens dafür eignet:

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