Normale RC Felgen zu breit für den HPI Sprint 2

Bei RC Felgen spricht man oft von “Offset” – gemeint ist die Verschiebung der Radaufnahme in Relation zum tatsächlichen Felgenmittelpunkt. Einfach gesagt: Je mehr Offset, desto weiter steht die Felge aus der Karosserie raus.

Nun könnten sich die Ingenieure bei HPI Racing gedacht haben: “Ach lass doch einfach mal die Vorderachse links und rechts je 3 mm breiter bauen als die Hinterachse! So können wir super verhindern, dass die Standardfelgen anderer Hersteller drauf passen und die Leute müssen schließlich wieder bei uns kaufen.” Naja zumindest muss ich das annehmen, denn welchen Grund gäbe es sonst dazu? Auch im echten Leben würde wohl kein Autobauer je auf solchen Unsinn kommen.

Jedenfalls ist der Plan für HPI aufgegangen: Versucht man nämlich ‘Standardfelgen’ (diese Felgen sind i.d.R. vorn und hinten identisch, haben also keine unterschiedlichen Offsets) auf den Sprint 2 zu montieren, so muss man leider feststellen, dass die Vorderräder auf jeder Seite 3 mm weiter raus stehen als die Hinterräder! Pfui!

Quod erat demonstrandum:

Im direkten Vergleich und nach Abzug der Messtoleranzen ergeben sich hinten 2 mm Unterschied und vorne sogar 5 mm zu den HPI Felgen! Schon mit dem bloßen Auge ist der Unterschied deutlich zu erkennen. HPI selbst gibt im Handbuch an, dass sie bei 200 mm breiten Karosserien (wie der Mustang eine ist) vorne 3 mm und hinten 6 mm Offset verbauen:

Tja und so sch**** sieht das dann mit Standardfelgen und Karosserie aus:

Die Differenz zwischen vorderer und hinterer Spurbreite bleibt also mit den neuen Standardfelgen bei +3 mm vorne. Hässlichst!

Aber der ehrgeizige Modellbauer lässt sich ja bekanntlich für jedes Problem eine Lösung einfallen! Das Fahrwerk umbauen ist allerdings keine Option. Auch “destruktive” Maßnahmen kommen für mich nicht in Frage. Was also tun? Dazu werfen wir zunächst mal einen Blick auf die Radmitnehmer:

Diese hatte ich ja im Zuge des Alu-Umbaus gegen Aluminium Radmitnehmer getauscht die genau wie die Originalen eine Breite von 5 mm haben – sowohl vorne als auch hinten. Die erste Maßnahme, um der Lösung ein Stück näher zu kommen wäre also vorne entsprechend schmalere Radmitnehmer zu verbauen. Das Schmalste was ich online finden konnte sind 3 mm, dann aber ohne Klemmschraube. Macht also -2 mm auf jeder Achse (zur Erinnerung: 3 mm ist die Differenz zu hinten). Fehlt also noch -1 mm!

Die zweite Maßnahme zu der ich mich entschlossen habe ist den Sturz der Vorderräder entsprechend so anzupassen, sodass sie an der oberen Radkante 1 mm weiter nach innen zeigen als an der unteren Radkante. Eine durchaus übliche, realistische Einstellung bei Driftwagen.

Damit wäre der Radstand vorne effektiv natürlich immer noch 1 mm breiter auf jeder Seite als hinten, aber trotzdem bringt es gleich drei Vorteile: 1.) Das Rad passt optisch wieder besser unter den Radkasten der Karosserie und 2.) das Driftverhalten wird optimiert, da beim Drift die Unebenheiten des Bodens besser unter die Lauffläche des Reifens “rutschen”. Mit neutralem Radsturz kollidieren die Unebenheiten hingegen immer mit der Außenflanke des Reifens, wodurch dieser anfängt zu springen und dadurch ruppiger fährt. Und 3.) sieht das Ganze optisch gleich noch etwas mehr nach Driftmaschine aus!

Fazit: Problem (zumindest theoretisch) gelöst! 🙂 Mal gucken ob das auch in der Praxis funktioniert… Es bleibt spannend! Ich halte euch natürlich auf dem Laufenden.

PS: Die neue Evo X Karo ist übrigens 190 mm breit, wohingegen die alte HPI Mustang Karo 200 mm breit war. Allein dadurch schauen die Räder schon weiter raus. Das allein macht mir allerdings keine Sorgen, denn eine etwas “bulligere”, breitere Optik ist von meiner Seite durchaus gewünscht. 😀

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